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'''Jagd''' ist das Aufsuchen, Nachstellen, des Jägers.

Etymologie

Das Wort Jagd stammt über das mittelhochdeutsche ''jaget'' vom althochdeutschen ''jag?d'' ab, einer Ableitung vom ebenfalls althochdeutschen Verb ''jag?n'' ?schnell verfolgen, hetzen, zu fangen oder zu erlegen suchen, eilen?, dessen Herkunft unsicher ist.

Ebenso wie andere jagdliche Komposita mit ''weid'' (z.?B. ''-mann'' oder ''-gerechtigkeit'') hat das Wort ''Weidwerk'' die indogermanische Wurzel ''*uid-'' mit der Bedeutung ?sich Nahrung verschaffen?, die im Laufe der Sprachentwicklung zu althochdeutsch ''weida'', später mittel- und neuhochdeutsch ''weid'' wurde.

Ziele und Motive

Die Jagd wurde historisch und wird gegenwärtig aus verschiedenen und jeweils unterschiedlich gewichteten Gründen betrieben:

  • Gewinnung des Lebensmittels Wildbret<ref name=":0"></ref>
  • Verwertung anderer Teile des Tieres,<ref name=":0" /><ref name=":1" /> wie z.?B. Felle, Hörner, Geweihe, Sehnen und ähnliches zur Fertigung von Werkzeug, Kleidung, Gebrauchsgegenständen, Schmuck und Andenken
  • Regulierung von Wildtierpopulationen zur Reduktion von
  • abstraktere Motive, darunter <ref name=":1" /> und gemeinsame Zeit mit Familie und (Jagd-)Freunden<ref name=":1" />

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 Venison jerky.jpg|Wildbret vom [[Weißwedelhirsch]]
 Fell Rentier.JPG|gegerbtes [[Rentierfell]]
 Solling Buchenwald.jpg|Naturverjüngung in einem [[Rotbuchenwald]]
 20140402-APHIS-UNK-0011 (13592610573).jpg|Wildschaden im Maisacker durch Wildschweine
 Schutzwaldsanierung Hinterstein.JPG|Sanierungsfläche im durch Wildschäden zerstörten alpinen [[Schutzwald]]
 Rehgehoern auf Loden.jpg|Geweih eines Rehbocks

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Geschichte

Die Jagd gehört zu den ursprünglichsten Tätigkeiten in der Menschheitsgeschichte und ist älter als der anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) selbst.<ref name=":10"></ref>

Die ältesten unumstrittenen Belege für Jagd stammen aus dem Altpleistozän und fallen zeitlich mit der Entstehung und Ausbreitung des Homo erectus vor 1,7 Millionen Jahren zusammen.

Der Fund der Lanze von Lehringen und der Schöninger Speere belegt die Jagd auf Großwild bereits durch Neandertaler und den ''Homo heidelbergensis''. Die Jagd diente zur Nahrungsversorgung und lieferte neben Fleisch wertvolle tierische Nebenprodukte wie Knochen für Werkzeuge oder auch für Flöten und Kunstwerke, Felle als Bekleidung, für Schuhe, für Decken, für Behausungen (Zelte) und Tragetaschen sowie Sehnen zum Nähen und für Bögen. Im Jungpaläolithikum und Magdalenien finden sich erste Höhlenmalereien und figürliche Kunstwerke der eiszeitlichen Jäger. Ursprünglich wurden die Jagdtiere zum Beispiel in eine Enge getrieben (siehe z.?B. Petersfels). Die ältesten Jagdformen sind die Hetz- bzw. Ausdauerjagd, die Lauer- und die Fallenjagd. ==

Wissenschaftliche Literatur

  • International Journal of Environmental Studies, Special Edition: ''Conservation and Hunting in North America''. IJES v 70, 2013, online.
  • International Journal of Environmental Studies, Special Edition: ''Conservation and Hunting in North America II''. IJES v72, 2015, online.
  • Christian Ammer, Torsten Vor, Thomas Knoke, Stefan Wagner: ''Der Wald-Wild-Konflikt. Analyse und Lösungsansätze vor dem Hintergrund rechtlicher, ökologischer und ökonomischer Zusammenhänge'' (= ''Göttinger Forstwissenschaften.''Band 5). Göttinger Universitätsverlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-941875-84-5, Volltext online (PDF).
  • Klaus Friedrich Maylein: ''Die Jagd. Funktion und Raum. Ursachen, Prozesse und Wirkungen funktionalen Wandels der Jagd.'' Dissertation, Universität Konstanz, 2005, Volltext online (PDF). Verlegt als: ''Die Jagd?? Bedeutung und Ziele. Von den Treibjagden der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert.'' Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum-Verlag, Reihe Sozialwissenschaften, Band 28. Tectum-Verlag, Marburg 2010, ISBN 978-3-8288-2182-8, Inhaltsverzeichnis online (PDF).
  • Katrin Josephine Wagner: ''Die Sprache der Jäger ? Ein Vergleich der Weidmannssprache im deutsch- und englischsprachigen Raum'' (= ''Forum für Fachsprachen-Forschung''. Band 143). Frank & Timme, Berlin 2018, ISBN 978-3-7329-0455-6, ().
  • Marco Apollonio, Reidar Andersen, Rory Putman (Hrsg.): ''European ungulates and their management in the 21st century''. Cambridge University Press, 2010, ISBN 978-0-521-76061-4.
  • Peet van der Merwe, Lindie du Plessis: ''Game farming and hunting tourism''. 1. Auflage. African Sun Media, 2014, ISBN 978-0-9922359-1-8.
  • IUCN Species Survival Commission (Hrsg.): ''Guiding Principles on Trophy Hunting as a Tool for Creating Conservation Incentives''. 2012, online.
  • IUCN (Hrsg.): ''Informing Decisions on Trophy Hunting''. Briefing Paper, 2016, online.
  • Barney Dickson, Jonathan Hutton, William A. Adams (Hrsg.): ''Recreational Hunting, Conservation and Rural Livelihoods: Science and Practice'' (= ''Conservation Science and Practice''). Wiley-Blackwell, 2009, ISBN 978-1-4443-0318-6.
  • Brent Lovelock (Hrsg.): ''Tourism and the consumption of wildlife: hunting, shooting and sport fishing''. Routledge, London 2007, ISBN 978-0-203-93432-6.
  • Rory Putman, Marco Apollonio, Reidar Andersen (Hrsg.): ''Ungulate Management in Europe: Problems and Practices''. Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-0-521-76059-1.
  • Bundesamt für Umwelt (BAFU) (Hrsg.): ''Wald und Wild ? Grundlagen für die Praxis. Wissenschaftliche und methodische Grundlagen zum integralen Management von Reh, Gämse, Rothirsch und ihrem Lebensraum''. Umwelt-Wissen Nr. 1013. Bern 2010. 232 S., Volltext online (PDF).
  • Andreas Haug: ''Wildlife-Management und Forstwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Randbedingungen und Möglichkeiten einer Optimierung jagdwirtschaftlicher Aspekte für Waldeigentümer''. Tenea, 2004, ISBN 978-3-86504-042-8.

Sachliteratur zur Jagdgeschichte

  • Ferdinand von Raesfeld: ''Das deutsche Waidwerk.'' Nachdruck der Erstausgabe von 1914. Parey, Hamburg 1996, ISBN 3-490-14412-0.
  • Kurt Lindner: ''Deutsche Jagdtraktate des 15. und 16. Jahrhunderts.'' 2 Bände, Berlin 1959 (= ''Quellen und Studien zur Geschichte der Jagd'', 5?6).
  • Werner Rösener: ''Die Geschichte der Jagd. Kultur, Gesellschaft und Jagdwesen im Wandel der Zeit.'' Patmos, Düsseldorf; Artemis, Zürich 2004, ISBN 3-538-07179-9. (Rezension).
  • Joachim Hamberger: ''Ein kurzer Abriss der Jagdgeschichte ? Von Hirschen und Menschen?''. In: LWF aktuell. Nr. 44, 2004, Volltext online (PDF).
  • Sigrid Schwenk, Gunnar Tilander, Carl Arnold Willemsen (Hrsg.): ''Et multum et multa: Beiträge zur Literatur, Geschichte und Kultur der Jagd. Festschrift Kurt Lindner.'' Berlin und New York 1971.
  • Kurt Lindner: ''Geschichte des Weidwerks''. de Gruyter, Berlin und Leipzig.
    • Band I: ''Die Jagd in der Vorzeit'', 1937.
    • Band II: ''Die Jagd im frühen Mittelalter'', 1940.
  • Alexander Krethlow: ''Hofjagd, Weidwerk, Wilderei. Kulturgeschichte der Jagd im 19. Jahrhundert''. Schöningh, Paderborn 2015, ISBN 978-3-506-78258-8.
  • Hubertus Hiller: ''Jäger und Jagd: zur Entwicklung des Jagdwesens in Deutschland zwischen 1848 und 1914''. Waxmann Verlag, Münster 2003, ISBN 978-3-8309-1196-8.
  • Gerhard Immler: ''Jagd, Jagdwesen (Mittelalter).'' In: Historisches Lexikon Bayerns, 2017.
  • Ulrich Wendt: ''Kultur und Jagd?? ein Birschgang durch die Geschichte''. Georg Reimer, Berlin.
    • I. Band: , 1907 (online bei ALO).
    • II. Band: , 1908 (online bei ALO).
  • Winfried Freitag: Wald, Waldnutzung''.'' In: Historisches Lexikon Bayerns, 2012.

Jagdlexika

  • Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: ''Knaurs Großes Jagdlexikon.'' Weltbild, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-1579-5.
  • Julia Numßen: ''Handbuch Jägersprache.'' BLV, München 2017, ISBN 978-3-8354-1728-1.
  • ''Riesenthals Jagdlexikon.'' Neumann, Neudamm 1916; Nachdruck: Weltbild, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-4143-5, .
  • Gerhard Seilmeier (Hrsg.): ''Jagdlexikon.'' 7. Auflage, BLV, München 1996, ISBN 3-405-15131-7.

Sonstige Sachliteratur

  • Walter Frevert, Dietrich Stahl: ''Das jagdliche Brauchtum.'' Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08251-2.
  • Fritz Nüßlein: ''Das praktische Handbuch der Jagdkunde.'' BLV, München 2002, ISBN 3-405-16456-7.
  • Kurt G. Blüchel, Bernd E. Ergert, Sigrid Schwenk, Erik Zimen, Heribert Kalchreuter et al.: ''Die Jagd.'' Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-1560-7.
  • Heribert Kalchreuter: ''Die Sache mit der Jagd.'' Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09323-9.
  • ''Jagd heute''. Deutscher Jagdschutzverband e.?V., .
  • Wilhelm Bode, Elisabeth Emmert: ''Jagdwende. Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk.'' Beck?sche Reihe. Beck, München 2000, ISBN 978-3-406-45993-1.
  • José Ortega y Gasset: ''Meditationen über die Jagd.'' Dürckheim Verlag, München 2012, ISBN 978-3-935078-69-6.
  • Herbert Krebs: ''Vor und nach der Jägerprüfung.'' BLV, München 2003, ISBN 3-405-16372-2.

Weblinks

Einzelnachweise